Über
mehrere kleine Orte ging es für uns nach Christchurch, wo wir am
ersten Abend lecker essen waren und am nächsten Tag wartete nach
einem Ausflug in die Stadt eine Gastfamilie auf uns. Wir wohnten
zusammen mit Karina, Daniel, Maddy, Isaac, Jessy, Nivaeh und Eden in
Woodend, ca. eine halbe Stunde außerhalb von Neuseelands zweit
größter Stadt Christchurch.
Christchurch,
welches vor wenigen Jahren (September 2010 und Februar 2011) von
mehreren Erdbeben erschüttert wurde, hat leider sein schönes
Stadtbild und einige Sehenswürdigkeiten verloren. Durch das
schwerere Beben 2011 gab es auch leider 185 Tote. Auch wenn sich hier
viele Leute um den Wiederaufbau kümmern und sich sehr bemühen,
sieht die Stadt noch sehr zerstört aus. Viele Gebäude stehen zum
Abriss bereit, einige wenige wurden schon wieder neu errichtet.
Besonders bedrückend fand ich zu sehen, wie zerstört die Kirche auf
dem Cathedral Square ist, der ganze Glockenturm wurde durch die
Beben zerstört. Leider ist es sehr teuer die Kirche wieder
aufzubauen, jedoch kämpfen die Bewohner um ihre geliebte
ChristChurch Cathedral. Die Kosten für den Wiederaufbau der Stadt werden auf
über 30 Mrd. $NZ geschätzt. Durch viele schöne und auch lustige
Kunstgegenstände versucht man die Stadt ein wenig zu verschönern.
Besonders gut haben uns die bunten Schafe am Straßenrand gefallen:D
Auch ein sehr cooles Projekt ist ReSTART, wo viele Geschäfte einer
zerstörten Mall in großen, farbenfrohen Schiffscontainern wieder
eröffnet haben und eine neue kleine Mall bilden. Auch gut
gefallen hat uns der botanische Garten, welcher sich über 30ha am
Flussufer entlang erstreckt.
 |
| Canterbury Museum; botanischer Garten |
 |
| Rosengarten |
 |
| "Chalice" (2001) |
 |
| ChristChurch Cathedral |
 |
| tram |

Nach
getaner Arbeit haben wir dann mit den Kindern gespielt, waren mit der
Familie an einem künstlich geschaffenen See in Pegasus (einer sehr
künstlichen Wohngegend), in der Kirche, im Canterbury Museum oder im
Theater. Unser Arbeit war teilweise im Haushalt, z.B. Kinderzimmer
aufräumen, Küche sauberhalten oder kochen. An manchen Tagen haben
wir auch im Garten geholfen. Das Grundstück war riesig, weshalb es
viel zu tun gab. Die Familie hat außerdem jede Menge Tiere: eine
Katze, 4 Gänse, jede Menge Hühner (+Küken), eine Kuh usw. Das
Theater hat uns besonders gut gefallen, es war eine etwas modernere
Interpretation von Peter Pan. Auch in der Kirche war es eigentlich
recht interessant, besonders weil wir danach sehr vielen Leuten
vorgestellt wurden, die sich über unseren Besuch gefreut haben. Die
Familie war super nett, die Kinder soo süß und wir vermissen sie
schon total. Wir haben gelernt, wie man eine Kuh melkt und Isaac hat
uns gezeigt wie man Schlagzeug spielt (wollte ich ja schon immer mal
lernen) :D An einem Nachmittag haben wir uns dann mit Philipp (ja
kennen wir natürlich wieder mal aus Tauranga:D) getroffen und sind
zum Sumner Beach gefahren.
b.JPG) |
| Sumner Beach |
 |
| Pegasus Lake |
 |
| Woodend Beach |
Außerdem
haben wir natürlich die Banks Peninsula besucht, welche durch ihre
viele kleine Buchten auf der Landkarte aussieht wie ein Zahnrad. Sie
entstand vor etwa 8 Mio. Jahren bei zwei Vulkanausbrüchen. James
Cook sichtete die Halbinsel 1770 und benannte sie nach dem
Naturkundler Sir Joseph Banks. Wir haben uns dort einige der Buchten
und die wunderschöne Stadt Akaroa ("langer Hafen" in der
Sprache der Maori)angesehen, wo sich einst französische Siedler
niedergelassen haben. Die Einwohner versuchen noch heute den
französischen Charme des Städtchens aufrechtzuerhalten. Uns hat das sehr
gut gefallen und natürlich mussten wir dann einen echten Crêpe
essen:) Auch die Straßennamen sind größtenteils französisch.
 |
| Akaroa |



Nach
einer Woche Aufenthalt sind wir dann schweren Herzens weiter nach
Kaikoura (Kai=Mahl; Koura=Langusten) gefahren. Laut einer Maori
Legende ist die Halbinsel Kaikoura der Fußabdruck eines
gottähnlichen Heldes, der den schweren Fisch (=Nordinsel) aus dem
Meer gezogen hat. Durch günstige Strömungsverhältnisse ist die
Halbinsel eine tierreiche Gegend, wo man u.a. Wale, Delfine und
Albatrosse sehen kann. Im Hintergrund der kleinen Stadt und des
wunderschön türkisfarbenen Meeres sieht man die Gipfel der Seaward
Kaikoura Range. Wir haben hier den Kaikoura Peninsula Walkway, ein
ca. 3stündiger Wanderweg entlang der Halbinsel, gemacht...und zwar
zwei mal:D Beim ersten Mal sind wir entlang des Farmlandes auf den
Hügeln gelaufen, bis wir sahen, dass man auch am Strand entlang
gehen kann. Dies wollten wir dann am nächsten Tag machen, nur leider
haben uns die Gezeiten einen Strich durch die Rechnung gemacht, und
wir sind wieder oben rum gelaufen, bis man über einen steilen Weg
runter Richtung Strand und Seal Colony gehen konnte. Hier konnte man
den Robben sehr nahe kommen, vor denen wir echt Respekt hatten. Es
hat sich aber gelohnt, da wir auch einige Babys gesehen haben, die
von ihrer Mutter beschützt wurden. Die waren soooo süß:)
 |
| Kaikoura |
 |
| happy seal |
Von
Kaikoura aus ging es dann nach Blenheim, eine kleine Stadt zwischen
den Wither Hills und den Richmond Ranges, in der es nicht wirklich
viel zu tun gibt, was für mich mal wieder ein Grund zum shoppen war
(nein, mein Rucksack geht mittlerweile nicht mehr zu:D). Abends haben
wir uns dort noch mit Lukas und Flo, welche wir aus Hastings kennen,
getroffen und Pizza gegessen, ein Bier getrunken und sehr erfolgreich
Billard gespielt:D
 |
| Blenheim |
Da
wir noch einige Tage bis zur Fährüberfahrt Zeit hatten haben wir
noch einen kurzen Abstecher zu den Nelson Lakes, weiter im
Landesinneren am nördlichen Rand der Südalpen, gemacht. Hier könnte
man, wenn man nicht zu faul wäre, entlang der beiden Seen Lake
Rotoiti und Lake Rotoroa wandern...oder sich einfach wie wir an den
Kiesstrand legen und sich von Enten und Bienen angreifen lassen:D
 |
| leider der einzige Kiwi den wir gesehen haben |
 |
| Nelson Lakes National Park |
Wieder
in Picton angekommen haben wir nach einem Ausflug in die Marlborough
Sounds wieder einige bekannte Gesichter getroffen. Wir sind entlang
des Kenepuru Sound, einer der größten der Sounds, gefahren und
haben bei tollem Wetter einige wunderschöne Buchten gesehen. Am
nächsten Morgen ging es dann also wieder Richtung Nordinsel, ein
echt komisches Gefühl, da es sich irgendwie angefühlt hat als wären
wir nur 2 Wochen statt 2 Monate auf der Südinsel gewesen. Die
Überfahrt war total schön, aber seht selbst:
 |
| Marlborough Sounds |
 |
| Fährüberfahrt |
 |
| back on the North Island; Wellington |
Momentan
sind wir wieder bei Laurie und Jan, wo wir die letzten Tage ein wenig
entspannt haben. Morgen geht es dann weiter Richtung Ostküste.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen