Donnerstag, 29. Januar 2015

Queenstown und die wilde Schönheit des Milford Sound




Queenstown, welches im Südwesten der Südinsel liegt, ist eine ehemalige Goldgräberstadt, in der man 1862 erstmalig Gold fand. Nachdem der Goldrausch jedoch zu Ende war verließen viele Menschen die Stadt und sie wurde erst in den 50ern als beliebtes Urlaubsziel wieder lebhaft. Ich hatte ehrlichgesagt eine größere Stadt erwartet und war deshalb überrascht in einem eigentlich beschaulichen Städtchen zu landen. Toll gelegen, umgeben von den Remarkables und eingerahmt vom Lake Wakatipu ist es ein richtig schöner Urlaubsort, in dem sich vieles um Outdoor- und Nervenkitzel-Aktivitäten wie Skydiving, Bungy oder sämtliche Aktivitäten auf dem See dreht. Nicht ohne Grund hat Queenstown also den Ruf als “adventure capital” und wird vom Nervenkitzel bestimmt. Man sollte sich aber auf jeden Fall Zeit nehmen und die traumhafte Kulisse genießen, die sogar schon Drehtort für einige Filme war. Wir haben uns am See gesonnt und uns ein wenig die Stadt angeschaut. Natürlich konnten wir uns den besten Burger der Welt bei Fergburger nicht entgehen lassen und ich muss zugeben, dass es tatsächlich der beste Burger war, den ich je gegessen habe. Für den legendären Burger mussten wir zwar ewig anstehen, aber das hat sich definitiv gelohnt. Wäre es dort nicht so teuer gewesen, hätten wir uns das wohl mehr als nur einmal gegönnt. Da Morten auch gerade in der Stadt war, haben wir uns eigentlich jeden Tag mit ihm getroffen. Er hat uns begeistert von seiner Wanderung zum Ben Lomond (1746m) erzählt und deshalb wollten wir uns diese nicht entgehen lassen und machten uns zusammen auf den Weg. So "easy going", wie er es bezeichnet hat, war es dann jedoch nicht. Nach einem beschwerlichen Aufstieg hab ich Morten und Giulia alleine zum Gipfel weiterziehen lassen und hab die Aussicht auf den Mt. Aspiring National Park von dort aus genossen. Ich hab mich dann schon früher auf den Rückweg gemacht und bin noch zur Skyline Gondola und deren Aussichtsplattform gelaufen, von wo man ebenfalls eine tolle Sicht über Queenstown, den See und die Berge hatte. Den ganzen Weg runterzulaufen war mal wieder 100x schlimmer als hoch und hat meinem Knie nicht soo gut getan, weshalb ich längere Wanderungen in der nächsten Zeit wohl eher meiden muss.








Unser Campingplatz lag ca. eine halbe Stunde außerhalb der Stadt direkt an einem wunderschönen Fluss.




Nach einigen Tagen ging unser Roadtrip weiter Richtung Te Anau und Milford Sound im größten Nationalpark Neuseelands, Fiordland. Unterwegs haben wir am s-förmigen Lake Te Anau, welcher von einem riesigen Gletscher geschaffen wurde, Mittagspause gemacht und die Aussicht auf die Berge genossen. Der See ist der zweitgrößte See Neuseelands und an seiner tiefsten Stelle 417m tief. Die Mirror Lakes lagen ebenfalls auf unserem Weg, leider ging jedoch so der Wind, dass man im bewegten Wasser nicht wirklich die Spiegelungen der Berge sehen konnte. Der nächste Morgen begann recht früh für uns, da wir für um 9Uhr eine zweistündige Fjordkreuzfahrt gebucht hatten und noch ein Stück weit fahren mussten. Der Weg zum Milford Sound war schon sehr beeindruckend (v.a. die Fahrt durch den 1207m langen, nassen Homer Tunnel), dort angekommen war die Szenerie einfach nur atemberaubend. Aus dem fast schwarzen Wasser ragen bis zu 1200m hohen Felsklippen, die mit Regenwald bewachsen sind. Der Fjord, welcher der nördlichste der 14 Fjorde ist, erstreckt sich 15km lang von der Tasmansee ins Land und entstand durch Gletscherbewegungen der Eiszeiten. Der Gletscher im Cleddau Valley war bis zu 2000m tief. Einer Maori Legende nach hat jedoch ein gottesähnlicher Vorfahre den Fjord, welcher Piopiotahi auf Maori heißt, mit einem riesigen Grabstock ausgeschaufelt. Der angeblich am meisten fotografierte Berg Neuseelands ist der Mitre Peak, der einem direkt ins Auge springt. Er ragt 1692m in die Luft und ist somit die höchste Erhebung im Milford Sound. Außerdem kommt man an einigen Wasserfällen vorbei, z.B. den Stirling Falls, und konnte Seehunde beobachten. Wir hatten mit dem eher wolkigen Wetter fast noch Glück, denn hier können jährlich bis zu 8000mm Niederschlag fallen. 





















 

Auf dem Rückweg ging es für uns noch zu “The Chasm”, wo der Cleddau River durch verwitterte Felsblöcke stürzt. Da ich so am Routeburn Track interessiert war, die ganze Wanderung aber “verletzungsbedingt” nicht laufen konnte, sind wir einen Teil bis zum Key Summit (3045') gewandert. Unterwegs ging es durch Buchenwald, oben angekommen durch alpines Grasland. Irgendwie bin ich mir wie auf einem anderen Planeten vorgekommen:D aber es war wunderschön dort. Man hatte eine tolle Sicht über 3Täler und auf die Ailsa, Livingstone, Earl, Darran und Humboldt Mountains. Den Namen bekam Key Summit, weil es der Punkt ist, von dem die drei wichtigsten Flusssysteme von Southland und Otago zu den verschiedenen Küsten fließen. Der Hollyford River fließt Richtung Westküste, die Eglinton-Waiau Rivers Richtung Südküste und die Greenstone-Clutha Rivers Richtung Ostküste.







Gerne hätte ich meine Fotos wie immer beschriftet, jedoch hat es irgendwie nicht funktioniert.

Liebe Grüße von der Ostküste aus Dunedin! :)





















Samstag, 24. Januar 2015

Golden Bay&Westküste

Nach unserer großen Wanderung ging es also weiter zur Golden Bay, in den Norden der Südinsel. Wir übernachteten auf einem Campingplatz in Takaka und sind dann am nächsten Tag zu den Pupu Springs, Farewell Spit und Cape Farewell gefahren. Auf dieser Fahrt überquerten wir ca. 20 One-Lane-Bridges (einspurige Brücken). Es gibt davon hier zwar recht viele, uns kam es jedoch so vor als wären wir kaum über die normale Straße gefahren:D
Die Pupu Springs (Te Waikoropupu Springs) stoßen pro Sekunde 14000 Liter Wasser aus und sind für ihr klares Wasser bekannt, das man deshalb nicht einmal berühren durfte. Weiter im Norden liegt die Farewell Spit, welche eine ca. 32km lange Landzunge ist und die Golden Bay eingrenzt. Am nördlichen Ende liegt das Cape Farewell, der nördlichste Punkt der Südinsel. Hier konnten wir auch Seelöwen beobachten. Später waren wir dann noch an einem Strand, den man über eine kleine Dünen-Wanderung erreichte.
Pupu Springs



Farewell Spit




Cape Farewell






Old Man Rock

Weiter ging es für uns dann Richtung Südwesten. Unterwegs hielten wir an der Tauranga Bay, wo man ebenfalls gut Seelöwen beobachten kann, und bei den Pancake Rocks. Diese Felsformation hat ihren Namen alleine durch ihr Aussehen bekommen, denn die Felsen erinnern an übereinander gestapelte Pfannenkuchen. In der Nähe von Greymouth, einer Stadt etwas weiter südlich, haben wir dann gecampt und sind am nächsten Tag weiter Richtung Franz Josef Village/Glacier gefahren. Hier haben wir dann zufällig wieder die beiden Mädels aus Abel Tasman getroffen. Wir machten dann eine Wanderung zum Gletschertor des Franz Josef Gletschers und genossen die wunderbare Aussicht. Der Gletscher liegt an der Westseite der Neuseeländischen Alpen, ist etwa 10Km lang und fließt pro Tag ca. einen halben Meter. Den Namen erhielt er vom deutschen Entdecker Haast, der ihn nach Franz Joseph 1. von Österreich benannte. Mit einer etwas längeren Fahrt über eine unbefestigte Straße zum nächsten Campingplatz am Gillespies Beach endete dann unser Tag. Am nächsten Morgen schien das Wetter perfekt für unseren lang ersehnten Skydive. Als wir dann jedoch an der Reihe waren, begann es zu regnen und man konnte die Gipfel des Westland-Nationalparks kaum sehen, was sehr schade war. Natürlich war der Fallschirmsprung trotzdem eine tolle Erfahrung und ich würde es jederzeit wieder machen. Trotz anfänglicher Nervosität, fand ich es eigentlich gar nicht schlimm. Für alle die, die es interessiert gibt es das Video zu sehen, wenn ich wieder zu Hause bin;) Danach haben wir uns dann noch den Fox-Glacier angesehen. Dieser wurde nach dem neuseeländischen Premierminister William Fox benannt. Abends konnten wir dann am Strand einen wunderschönen Sonneuntergang beobachten. Weiter ging unsere Fahrt vorbei am Lake Hawea nach Wanaka, welche am Südende des gleichnamigen Sees liegt. Wir haben ein paar Stunden am wunderschönen See verbracht und ein seeehr leckeres Eis gegessen:) Die Fahrt nach Queenstown war auch sehr schön, da man viel von den Southern Alps gesehen hat. Im nächsten Blog erfahrt ihr mehr über unseren Aufenthalt in Queenstown.
 
Tauranga Bay





Pancake Rocks






Franz Josef Glacier


Gillespies Beach









Fox Glacier


Lake Matheson



Lake Hawea

Lake Wanaka



PS: Die Sterne sind hier nachts wunderschön, so dass es uns gar nichts ausmacht, manchmal aufzuwachen.