Sonntag, 21. Dezember 2014

Hawke's Bay


Weiter ging es also nach Napier bzw. Hastings.
Auch wenn uns der Abschied in Tauranga schwer fiel, waren wir froh endlich mehr von Neuseeland zu sehen. Unsere ca. 4stündige Fahrt zur Hawke's Bay führte uns vorbei an den Okere Falls, durch Te Puke, wo sich alles um die Kiwifrucht dreht, durch Rotorua, wohin wir am Mittwoch fahren, und durch Taupo, wo wir am wunderschönen Lake Taupo Mittagspause gemacht haben.

Te Puke

Okere Falls

Lake Taupo


Der Grund warum wir diese beiden Ziele übersprungen haben war, dass wir hier in Hastings eigentlich eine Jobzusage hatten. Da gerade Hauptsaison für viele Früchte ist und somit viel zu viele Backpacker hier sind, haben wir nur mit viel Glück und nach etlichen Telefonaten am ersten Abend ein Hostel gefunden. Nachdem wir einen Vertrag auf einer Apfelplantage unterschrieben hatten, haben wir jedoch leider nie wieder etwas von dem Manager gehört. Also machten wir uns wieder auf die Suche nach einem Job. Nach wenigen Tagen voller Wut auf den Arbeitgeber und Verzweiflung haben wir dann endlich wieder einen Job gefunden. Wir arbeiten auf einem Apfel orchard, wo wir thinning machen. D.h. wir pflücken zu kleine, verformte, überflüssige oder zerstörte Äpfel von den Bäumen, dass die schönen und großen mehr Platz haben zu wachsen und mehr Sonne abbekommen. Ca. die Hälfte der Arbeitszeit (9h) verbringen wir auf Leitern (nicht unbedingt mein favourite), um auch die oberen Äste zu erreichen. Die Arbeit ist körperlich recht anstrengend und wenn es sehr warm ist oder viel regnet ist es sehr unangenehm (wir konnten uns noch nicht festlegen was letztendlich schlimmer war). Hier in der “Sunny Hawke's Bay” werden aufgrund des guten Klimas und des fruchtbaren Bodens viel Wein und sehr viele Früchte angebaut, neben Äpfeln auch Blaubeeren, Erdbeeren, Pfirsiche, Kirschen usw..
Aber nun genug von Arbeit geredet. An unserem ersten Tag erkundeten wir also Napier, eine wunderschöne Stadt am Meer mit Art-Deco Häusern, die nach einem Erdbeben 1931 errichtet wurden und hier als "alt" gelten(:D). Aufgrund der Architektur gilt Napier auch als “art deco capital”. Giulia und ich waren direkt verliebt in diese Stadt und haben sie deshalb schon des öfteren besucht (u.a. heute zum Weihnachtsshopping;)). Wir leben momentan in Hastings, der “Nachbarstadt” von Napier. Hier gibt es wieder mal leider nicht allzu viel zu sehen. Bis jetzt haben wir in Havelock North den Te Mata Peak besichtigt (natürlich sind wir mit dem Auto hochgefahren:D), von wo aus man eine tolle Sicht über die Umgebung hat und bei gutem Wetter, das wir zum Glück hatten, sogar bis zu den Gipfeln der Vulkane (Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu) des Tongariro National Parks sehen kann. Außerdem waren wir schon zwei mal am Cape Kidnappers, wo hohe Klippen das Meer umranden, konnten jedoch beim ersten Besuch aufgrund der Gezeiten nicht bis zum Ende laufen. Das haben wir dann heute nachgeholt und es hat sich echt gelohnt, auch wenn der Rückweg bei dieser Hitze endlos schien. Wir sind über 18km weit am Strand entlang gewandert und am Ende auf einen Berg, wo sich eine der Tölpel-Kolonien, für die die Halbinsel bekannt ist, aufhält. Des Weiteren haben wir uns schon die Maraetotara-Wasserfälle angesehen. Dort sind wir mithilfe eines an einem Baum befestigten Seils hineingesprungen:) Danach haben wir noch mit Lukas und Flo, zwei Jungs aus Köln, den Ocean Beach besucht.

Napier








Te Mata Peak



Cape Kidnappers



Tölpel-Kolonie





Maraetotara Falls


Ocean Beach
 Nach einer Woche in einem kleinen Hostel sind wir dann zu Tom gezogen, welcher ein Zimmer in seiner Wohnung vermietet und sogar Deutsch spricht.
Morgen und übermorgen werden wir dann noch unsere letzten Arbeitstage hinter uns bringen und dann endlich für Weihnachten nach Rotorua fahren. Dort treffen wir uns mit Felix und Torben wieder. Silvester werden wir dann in Taupo verbringen, wo wir u.a. das Tongariro Crossing machen wollen. So richtig in Weihnachtsstimmung sind wir bei ca. 27 Grad leider noch nicht wirklich. In Hastings ist aber auch leider nichts dekoriert, da hat man sich in Napier wenigstens ein wenig Mühe gegeben; uns hat's gefallen:)


Sonntag, 30. November 2014

Bay Of Plenty: Tauranga



Weiter ging es also nach Tauranga...an einem sehr verregneten Tag, welcher uns anscheinend zeigen sollte, wie es hier auch in den nächsten Wochen aussehen wird.
Eigentlich wollten wir nur zwei bis drei Tage hier bleiben, doch dann haben wir einen Job gefunden und endlich ein Auto gekauft. Der Autokauf war dann doch spontaner als gedacht, ich war von uns selbst überrascht, aber ich denke das geht hier auch nicht anders:D Unser -hoffentlich- treuer Gefährte ist ein 15 Jahre alter Subaru Legacy, in dem wir wahrscheinlich auch die ein oder andere Nacht verbringen werden.
im City Center

Wir haben auf Kiwiplantagen in der Umgebung von Tauranga gearbeitet, wo wir entweder die Knospen aufgrund einer Krankheit der Pflanzen namens PSA zerdrücken (tipping), schneiden Äste ab oder wir pflücken die unförmigen Blüten/Früchte (?) (bud thinning) von den Bäumchen. Manchmal geht dabei auch was schief, v.a. bei mir hab ich das Gefühl:D, wie z.B. wenn wir unseren Supervisor nicht richtig verstehen, Äste ausversehen abbrechen usw. Leider können wir aufgrund des Wetters nur selten arbeiten (man darf bei Regen nicht arbeiten). Wenn es dann doch mal klappt arbeiten wir von halb 8 bis halb 5. Zwischendurch haben wir auch schon Avocados gepflückt, was definitiv unser bester Arbeitstag war. Das Abschneiden der Avocados von den Bäumen war locker und Sue, der das Feld gehört hat, hat uns Scones und Schokokuchen gebacken, es gab Eis und am Ende des Tages noch Bier :) Um vier Tage im Hostel finanziert zu bekommen haben wir an einem Tag bei einem 'Freiwilligenprojekt' namens Kuaka geholfen und über 850 Flachspflanzen in Töpfe gepflanzt. Kuaka kümmert sich um den Wiederaufbau von Wäldern bzw. der ganzen neuseeländischen Natur und versucht ihre Werte durch Freiwilligenprojekte bzw. Arbeit mit Schulen anderen Menschen nahezulegen.

Wenn wir dank des Wetters nicht den ganzen Tag im Hostel verbringen und Karten spielen, Musik hören, fernsehen oder tanzen (! :D) sondern auch mal einen guten freien Tag erwischen fahren wir des öfteren zum Mount Manganui, was nicht weit von hier entfernt ist. Dort kann man entweder den ganzen Berg hochwandern, was wir auch schon gemacht haben(war recht anstrengend:D), am Fuß des Bergs rundherumlaufen, was meiner Meinung nach viel schöner war oder sich einfach an den wunderschönen Strand legen. Letzteres endete für mich einmal leider mit einem sehr bösen Sonnenbrand, aber ich habe daraus gelernt:D Das Wasser ist echt noch richtig kalt aber nach unserem Aufstieg auf den Mount konnten wir uns diese Abkühlung nicht entgehen lassen. Außerdem waren wir auch schon an den Kaiate Falls und mit Freunden aus unserem Hostel an den Mclaren Falls. Leider gibt es hier sonst nicht so viel zu sehen, aber es lohnt sich definitiv öfter zu den Sehenswürdigkeiten zu fahren. Vor einigen Tagen wollten Janina, Giulia und ich zu einem Lookout fahren, das wir dann jedoch niemals gefunden haben. Als wir ein Schild mit “Walkway” sahen, dachten wir, dass wir richtig wären. Falsch gedacht, nach über 200 Treppenstufen kamen wir oben an und sahen...genau NICHTS...außer einer Wiese mit einer Bank drauf. Das war wohl das Highlight der Woche. Einen Tag später waren wir dann noch am Owharoa Wasserfall und in der Karangahake Gorge eine Wanderung machen, wo man durch viiiiel Wald und eine Höhle mit Glühwürmchen kam (welche blau leuchten), an einem Fluss entlanglief und über einige Hängebrücken gehen musste. Danach sind wir dann zum Waihi Beach gefahren. Eigentlich wollten wir schwimmen gehen, doch das Wasser war uns mal wieder zu kalt. Jedoch war der Strand ein Paradies für Muschelsammler...natürlich hab ich auch ein paar mitgenommen:) Dort haben wir dann auch eine deutsche Bäckerei gefunden-wir hatten uns schon auf normales Brot gefreut, da es hier fast nur Toast gibt-doch leider hatte sie schon geschlossen.
auf dem Weg zu den Kaiate Falls

Kaiate Falls

Mt Manganui-unser Lieblingsort

Simon, Tom, ich, Felix, Janina, Miri, Andrea, Giulia, Torben

nach dem anstrengenden Aufstieg

Aussicht vom Mount


auf dem Weg um den Mount herum


Ich, Andrea, Miri, Janina, Giulia

McLaren Falls


Owharoa Falls
Wanderung Karangahake Gorge


noch das beste Bild, das ich von den Glühwürmchen schießen konnte


eine der Hängebrücken



Waihi Beach



Abends sitzen wir hier zusammen und schauen Filme, trinken was (eigentlich viiiel zu teuer) oder gehen auch manchmal aus. Wir sind hier eine große Gruppe zusammengemischt aus Deutschen, Franzosen, Dänen, Italiener, Iren, Slowenen usw.. Die meisten sind wie wir wegen der Arbeit länger hier in Tauranga. 

 
Außerdem haben wir uns hier auch schon mit Yannick getroffen.
Leider meint es Neuseeland anscheinend nicht so gut mit uns und unser Job hat ohne Grund einfach geendet. Da das Geld langsam knapp wird haben wir für zwei Tage auf einem kiwi orchard Blüten gepflückt und wurden auf Kilogramm bezahlt. Eigentlich wollten wir das vermeiden, weil wir wussten dass es nicht gerade viel Geld einbringt, aber es war okay. Am ersten Tag habe ich 9,7kg gepflückt und gestern 10,7kg. 
Arbeit auf dem Kiwi orchard
 
Morgen fahren wir dann nach Whakatane und schauen uns dort nach einem Job um. Das Leben hier ist einfach zu teuer und wir werden in den nächsten Wochen, falls wir keinen Job mehr finden, wwoofen und campen.
Heute Abend feiern wir dann Andreas Geburtstag und unseren Abschied.