Queenstown,
welches im Südwesten der Südinsel liegt, ist eine ehemalige
Goldgräberstadt, in der man 1862 erstmalig Gold fand. Nachdem der
Goldrausch jedoch zu Ende war verließen viele Menschen die Stadt und
sie wurde erst in den 50ern als beliebtes Urlaubsziel wieder lebhaft.
Ich hatte ehrlichgesagt eine größere Stadt erwartet und war deshalb
überrascht in einem eigentlich beschaulichen Städtchen zu landen.
Toll gelegen, umgeben von den Remarkables und eingerahmt vom Lake
Wakatipu ist es ein richtig schöner Urlaubsort, in dem sich vieles
um Outdoor- und Nervenkitzel-Aktivitäten wie Skydiving, Bungy oder
sämtliche Aktivitäten auf dem See dreht. Nicht ohne Grund hat
Queenstown also den Ruf als “adventure capital” und wird vom
Nervenkitzel bestimmt. Man sollte sich aber auf jeden Fall Zeit
nehmen und die traumhafte Kulisse genießen, die sogar schon Drehtort
für einige Filme war. Wir haben uns am See gesonnt und uns ein wenig
die Stadt angeschaut. Natürlich konnten wir uns den besten Burger
der Welt bei Fergburger nicht entgehen lassen und ich muss zugeben,
dass es tatsächlich der beste Burger war, den ich je gegessen habe.
Für den legendären Burger mussten wir zwar ewig anstehen, aber das
hat sich definitiv gelohnt. Wäre es dort nicht so teuer gewesen,
hätten wir uns das wohl mehr als nur einmal gegönnt. Da Morten auch
gerade in der Stadt war, haben wir uns eigentlich jeden Tag mit ihm
getroffen. Er hat uns begeistert von seiner Wanderung zum Ben Lomond
(1746m) erzählt und deshalb wollten wir uns diese nicht entgehen
lassen und machten uns zusammen auf den Weg. So "easy going",
wie er es bezeichnet hat, war es dann jedoch nicht. Nach einem
beschwerlichen Aufstieg hab ich Morten und Giulia alleine zum
Gipfel weiterziehen lassen und hab die Aussicht auf den Mt. Aspiring
National Park von dort aus genossen. Ich hab mich dann schon früher
auf den Rückweg gemacht und bin noch zur Skyline Gondola und deren
Aussichtsplattform gelaufen, von wo man ebenfalls eine tolle Sicht
über Queenstown, den See und die Berge hatte. Den ganzen Weg
runterzulaufen war mal wieder 100x schlimmer als hoch und hat meinem
Knie nicht soo gut getan, weshalb ich längere Wanderungen in der
nächsten Zeit wohl eher meiden muss.
Unser
Campingplatz lag ca. eine halbe Stunde außerhalb der Stadt direkt an
einem wunderschönen Fluss.
Nach
einigen Tagen ging unser Roadtrip weiter Richtung Te Anau und Milford
Sound im größten Nationalpark Neuseelands, Fiordland. Unterwegs
haben wir am s-förmigen Lake Te Anau, welcher von einem riesigen
Gletscher geschaffen wurde, Mittagspause gemacht und die Aussicht auf
die Berge genossen. Der See ist der zweitgrößte See Neuseelands und
an seiner tiefsten Stelle 417m tief. Die Mirror Lakes lagen ebenfalls
auf unserem Weg, leider ging jedoch so der Wind, dass man im bewegten
Wasser nicht wirklich die Spiegelungen der Berge sehen konnte. Der
nächste Morgen begann recht früh für uns, da wir für um 9Uhr eine
zweistündige Fjordkreuzfahrt gebucht hatten und noch ein Stück weit
fahren mussten. Der Weg zum Milford Sound war schon sehr
beeindruckend (v.a. die Fahrt durch den 1207m langen, nassen Homer
Tunnel), dort angekommen war die Szenerie einfach nur atemberaubend.
Aus dem fast schwarzen Wasser ragen bis zu 1200m hohen Felsklippen,
die mit Regenwald bewachsen sind. Der Fjord, welcher der nördlichste
der 14 Fjorde ist, erstreckt sich 15km lang von der Tasmansee ins
Land und entstand durch Gletscherbewegungen der Eiszeiten. Der
Gletscher im Cleddau Valley war bis zu 2000m tief. Einer Maori
Legende nach hat jedoch ein gottesähnlicher Vorfahre den Fjord,
welcher Piopiotahi auf Maori heißt, mit einem riesigen Grabstock
ausgeschaufelt. Der angeblich am meisten fotografierte Berg
Neuseelands ist der Mitre Peak, der einem direkt ins Auge springt. Er
ragt 1692m in die Luft und ist somit die höchste Erhebung im Milford
Sound. Außerdem kommt man an einigen Wasserfällen vorbei, z.B. den
Stirling Falls, und konnte Seehunde beobachten. Wir hatten mit dem
eher wolkigen Wetter fast noch Glück, denn hier können jährlich
bis zu 8000mm Niederschlag fallen.
Auf
dem Rückweg ging es für uns noch zu “The Chasm”, wo der Cleddau
River durch verwitterte Felsblöcke stürzt. Da ich so am Routeburn
Track interessiert war, die ganze Wanderung aber “verletzungsbedingt”
nicht laufen konnte, sind wir einen Teil bis zum Key Summit (3045')
gewandert. Unterwegs ging es durch Buchenwald, oben angekommen durch
alpines Grasland. Irgendwie bin ich mir wie auf einem anderen
Planeten vorgekommen:D aber es war wunderschön dort. Man hatte eine
tolle Sicht über 3Täler und auf die Ailsa, Livingstone, Earl,
Darran und Humboldt Mountains. Den Namen bekam Key Summit, weil es der
Punkt ist, von dem die drei wichtigsten Flusssysteme von Southland
und Otago zu den verschiedenen Küsten fließen. Der Hollyford River
fließt Richtung Westküste, die Eglinton-Waiau Rivers Richtung
Südküste und die Greenstone-Clutha Rivers Richtung Ostküste.
Gerne hätte ich meine Fotos wie immer beschriftet, jedoch hat es irgendwie nicht funktioniert.
Liebe Grüße von der Ostküste aus Dunedin! :) |
Donnerstag, 29. Januar 2015
Queenstown und die wilde Schönheit des Milford Sound
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